Förderung der frühkindlichen Entwicklung

Sensorische Integration

Eine wesentliche Aufgabe in der kindlichen Entwicklung ist das harmonische Zusammenführen der verschiedenen Sinnessysteme, die sensorische Integration. Das Gehirn geht dabei wie beim Bau eines Hauses vor: Erst werden als Fundament so genannte basale Sinnessystem geordnet und verknüpft: Das sind der Tastsinn der Haut, die Empfindungen in Muskeln und Sehnen und der Gleichgewichtssinn. Sie sind wie die Wurzeln eines Baumes in der nebenstehenden Zeichnung. Diese Wurzeln werden schon im pränatalen Zeitraum ausgebildet. Dann werden die Augen, Nase und der Hörsinn „zugeschaltet“.

Die Fähigkeiten des abstrakten Denkens, von Sprechen, Lesen, Rechnen und Schreiben entwickeln sich jetzt darauf aufbauend als Krone des Baumes im Kleinkind- und Schulalter.

Wenn die Wurzeln stark und kräftig sind und auch der Stamm stark, also die Sinnessysteme gut entwickelt sind, dann kann sich auch die Krone prächtig entfalten, d.h. das Kind ist wach und interessiert, kann logische Zusammenhänge miteinander verknüpfen und lernt leicht sprechen.

Basale Stimulation durch die Systemische Hörtherapie (nach Dr. A. Tomatis)

Die Systemische Hörtherapie setzt in ihrer Wirkung an den beiden im Ohr auf engstem Raum vereinten Sinnessystemen an: Dem Gleichgewichtsorgan und dem Hörsinn. Außerdem stimulieren wir auch das Empfinden für Muskeln, Sehnen und Knochen, die Tiefensensibilität (Propriozeption). Wir arbeiten damit direkt an der Basis, den Wurzeln des Entwicklungsbaumes. Kinder können besonders effektiv schon ab dem 2. Lebensjahr mit der Hörtherapie behandelt werden.

Voraussetzung für die Therapie ist zunächst ein Erstgespräch, in dem das Kind hinsichtlich seines Entwicklungsstandes genau beobachtet wird und eine ausführliche Befragung der Eltern über die Entwicklung erfolgt. Wenn möglich wird auch ein spezieller Hörtest durchgeführt.

Zur Behandlung kommt das Kind in Begleitung eines Elternteiles in die Praxis und hört über Spezialkopfhörer mit einem Knochenleiter Musik von Mozart. Die Musik wird über spezielle Filtergeräte so verändert, dass sie besonders das Gleichgewichtssystem als Teil des Gehörs stimuliert. Diese Filtergeräte wurden von dem französischen Arzt Dr. A. Tomatis entwickelt. Prinzipiell wird dies durch eine Tiefenbetonung der Musik erreicht, manchmal verstärkt noch über zusätzliche Vibratoren an der Wirbelsäule oder auch den Beinen. Die Kinder entwickeln dadurch rasch eine bessere Haltung, einen stärkeren Muskeltonus und einen koordinierteren Bewegungsablauf.

hr Bewusstsein für ihren Körper, die Spannung in Muskeln und Sehnen wird intensiver und klarer wahrgenommen und kann dann entsprechend besser gesteuert  werden. Darauf aufbauend kann jetzt allmählich eine stärkere Betonung im Hören von mittleren und hohen Frequenzen vorgenommen werden.

Dadurch wird die Reaktionsgeschwindigkeit des Kindes verbessert, denn hohe Frequenzen werden vom Gehirn rascher und direkter verarbeitet. Die zahlreichen Abstimmungs- und Differenzierungsvorgänge während der Umwandlung und Weiterleitung der Hörimpulse im Gehirn bezeichnet man auch als auditive Wahrnehmung.

Die Verbesserung und Reifung der auditiven Wahrnehmung steht jetzt im Vordergrund der Behandlung. Das Kind wird als Folge auf-merksamer, wacher und hört besser zu. Es fängt an, die Sprache klarer zu verarbeiten und mehr zu sprechen. Wir arbeiten jetzt mehr im Stamm und in der Krone des Entwicklungsbaumes.

Durch ihre bessere Wahrnehmung lernen die Kinder auch besser zu kommunizieren. Eventuell bestehende Spannungen im Verhältnis von Kind und Eltern oder auch zu anderen Kindern werden weniger, die ganze soziale Situation entkrampft sich, weil das Kind seine Bedürfnisse klarer wahrnehmen und benennen kann.

Dann können auch "Blumen auf dem Kopf wachsen", das heißt, das Kind kann sich in seiner individuellen Kreativität voll entfalten. Dies ist der Satz eines Mädchens, die unter der Hörtherapie das folgende Bild malte.

Da können auch Blumen auf dem Kopf wachsen

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