Herzlich Willkommen bei der Praxis für Systemische Hörtherapie, Psychotherapie und Kunsttherapie Bremen
Die „Systemische Hörtherapie“ ist eine Fortführung und Weiterentwicklung der „Tomatis-Methode“. Sie erfasst und optimiert vielfältige Prozesse des Hörsinns und seine Auswirkungen in Körper und Psyche.
Die „Tomatis-Methode“ wurde von dem französischen Arzt Dr. Alfred Tomatis zwischen 1950 und 1980 begründet. Dr. A. Tomatis entwickelte das Prinzip der auditiven Stimulation durch gefilterte Töne. Über Spezialkopfhörer mit Knochenleiter hört man Musik und auch die Mutterstimme, die über Klangwandler (Elektronisches Ohr) nach individuellen Kriterien in ihren Frequenzspektren moduliert wird. (s. Abb.)
Der Leiter der Hörtherapiepraxis in Bremen, Dr. med. Dirk Beckedorf, wurde 1992/1993 in Paris durch Dr. A. Tomatis persönlich ausgebildet. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Hörtherapeuten in Deutschland, der Schweiz und Österreich wurde die Hörtherapie unter Einbeziehung moderner Konzepte der Neurobiologie, Hörphysiologie und Entwicklungspsychologie weiterentwickelt. Dies führte zu dem neuen Namen „Systemische Hörtherapie“.
Basis der Hörtherapie ist die bereits beschriebene auditive Stimulation mit gefilterter Musik. Daneben spielt die Begleitung der Kinder im Hörtherapieraum und der erwachsenen Hörtherapiepatienten in Gesprächen eine immer größere Rolle:
Hören ereignet sich in Beziehung und das haben wir alle bereits im Bauch unserer Mutter erfahren. In den letzten Monaten der Schwangerschaft lernt das Baby im Bauch die Stimme seiner kennen und fühlen und es lernt auch die Melodie der Muttersprache. Bindung, die Bereitschaft, einer anderen Person zu vertrauen, beginnt im Mutterleib. Ein wesentliches Modul der Hörtherapie ist häufig eine Erinnerung an diese frühen, im Körpergedächtnis unbewusst verankerten Erfahrungen durch gefilterte Musik von Mozart und einer Aufzeichnung der Stimme der Mutter. Die Hörtherapie kann damit die Grundlage unseres Lebensgefühls, den Beginn unserer sprachlichen Wahrnehmung und unsere Beziehungsfähigkeit berühren und auch verändern.
Da Hören so elementar mit Beziehung zu anderen Menschen verbunden ist, spielt Beziehung eine große Rolle in der Systemischen Hörtherapie.
Die Hörtherapie folgt systemischen Aspekten im Setting wie auch den Therapieinhalten. Kinder hören nach der Eingangsdiagnostik in einem Kinderraum im Regelfall zwei Stunden pro Tag die individuell gefilterte Musik und werden dabei begleitet von HörtherapieassistentInnen. Sie dürfen in dieser Zeit ihren Impulsen folgen, feinmotorische Tätigkeiten wie Basteln oder Malen ausüben oder auch frei spielen. Ein Elternteil begleitet das Kind, indem sie oder er räumlich getrennt von dem Kind in einem Erwachsenenraum auch gefilterte Musik hört. Der Hörprozess der Kinder wird also doppelt gerahmt, durch die Hörtherapeuten und die Eltern. Innerhalb dieser doppelten Rahmung stimuliert die gefilterte Musik Eigenregulation, Kommunikation und Selbstfindung.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig.
Ein Anwendungsgebiet für die Hörtherapie bei Kindern sind zunächst zentral-auditive Wahrnehmungsstörungen. Weiterhin sprachliche und motorische Entwicklungsstörungen, Behinderungen wie zum Beispiel Zustände nach geburtsbedingter Hirnschädigung oder auch Down-Syndrom, Bindungsstörungen, Kontakt- und Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen, Teilleistungsstörungen wie Lese/Rechtschreibschwäche oder auch tiefgreifende Entwicklungsstörungen wie Autismus.
Bei der Erwachsenen reicht das Anwendungsspektrum reicht von depressiven Symptomen oder Burn-out über Tinnitus und Rehabilitation nach einem Hörsturz hin zu einer Verbesserung von Bindungsfähigkeit und Kontaktbereitschaft. Ein weiteres Behandlungsfeld ist die Arbeit mit Stimme, Sprache und Gesang. Eine Besonderheit der Hörtherapiepraxis liegt in der Kombination von Hörtherapie und Kunsttherapie.
Bei den eben genannten möglichen Anwendungsgebieten ist immer im Einzelfall in einem Erstgespräch mit Hörprofil zu klären, in welchen Ausmaß eine Störung der Hörverarbeitung und Wahrnehmung sowie der Adaptionsfähigkeit des Mittelohres an den jeweiligen Problemen beteiligt sein kann.



